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Aufbau Ost, 2016

mixed media installation

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Die Ausstellung Aufbau Ost ist die erste Berliner Soloausstellung der in Sachsen geborenen und in Berlin lebenden Henrike Naumann. Sie widmet sich der Frage nach der Integration von Ost- und Westdeutschland und erforscht die Spuren der sozialen, politischen und auch ökonomischen Transformation der DDR. »Post-Otherness« kann in diesem Zusammenhang als Post-Ost- und Post-Westdeutsch gesehen werden. Die Ausstellung wird dabei zu einem sozialkünstlerischen Labor, wo Naumann zahlreiche ihrer Arbeiten (Video, Installationen), die sich mit extremen Jugendkulturen in Deutschland beschäftigen, zeigen wird. Naumann untersucht das komplexe Feld der rassistisch-neofaschistischen Alltagskulturen in Sachsen, die sich in einem Klima aus Egoismus, Ausgrenzung und Hass ausdrücken, sowie die ebenso radikalen Gegenkulturen. Ziel ist es da­bei nicht eine versöhnliche oder verständnisvolle Ausstellung zu präsentieren, sondern den Fokus auf pro-aktive Initiativen und Stimmen zu legen. »Damit sich in der Zukunft vielleicht ein anderes Deutschland wieder neu zusammensetzen lässt, zeigt die Ausstellung das Bild der Zersplitterung des Landes.«, so Henrike Naumann. »Objekte stehen im Zentrum meiner künstlerischen Auseinandersetzung. Sie sind Träger und Ausdruck von Ideologie und Tat.«

Für die Ausstellung Aufbau Ost verwandelt sich der Ausstellungsraum der Galerie Wedding in ein vollgestelltes Jugendzimmer. Gefüllt mit dem ausrangierten Mobiliar diverser postsozialistischer Kindheiten, entsteht ein Parcours, welcher ein Aufwachsen in den 90er Jahren in Ostdeutschland erfahrbar macht. Eingebettet in die Zimmereinrichtungen finden sich die in den letzten drei Jahren entstandenen Video-, Sound- und Installationsarbeiten. Sowohl individuelle BesucherInnen, als auch Kleingruppen können sich durch den Raum bewegen, um die verschiedenen Arbeiten anzusehen und anzuhören. Vermittels der Kombination aus Kunstwerken und Mobiliar haben die BesucherInnen außerdem die Möglichkeit in die Rezeptionssituation einzugreifen und diese individuell an ihre Bedürfnisse anzupassen. Der Kunstraum wird auf diese Weise zu einem interaktiven Diskursraum, in dem Diskussionssituationen direkt und unmittelbar am Werk geschaffen werden können. Dies wird verstärkt durch die Nutzung der Räumlichkeiten für verschiedene Begleitveranstaltungen. Konzerte, Vorträge, Diskussionen und Workshops geben der Ausstellung ihren diskursiven Rahmen und öffnen sie für den Dialog mit dem Publikum. So handelt »Post-Otherness« auch von der neueren Geschichte Deutschlands und den menschlichen Figuren, die aus der Ost- Westdeutschen Geschichte entstehen.

Henrike Naumann, Aufbau Ost, 2016, mixed media installation, Photo by Inga Selck
Henrike Naumann, Aufbau Ost, 2016, mixed media installation, Photo by Inga Selck
Henrike Naumann, Aufbau Ost, 2016, mixed media installation, Photo by Inga Selck
Henrike Naumann, Aufbau Ost, 2016, mixed media installation, Photo by Inga Selck
Henrike Naumann, Aufbau Ost, 2016, mixed media installation, Photo by Inga Selck
Henrike Naumann, Aufbau Ost, 2016, mixed media installation, Photo by Inga Selck
Henrike Naumann, Aufbau Ost, 2016, mixed media installation, Photo by Inga Selck
Henrike Naumann, Aufbau Ost, 2016, mixed media installation, Photo by Inga Selck
Henrike Naumann, Aufbau Ost, 2016, mixed media installation, Photo by Inga Selck
Henrike Naumann, Aufbau Ost, 2016, mixed media installation, Photo by Inga Selck
Henrike Naumann, Aufbau Ost, 2016, mixed media installation, Photo by Inga Selck
Henrike Naumann, Aufbau Ost, 2016, mixed media installation, Photo by Inga Selck
Henrike Naumann, Aufbau Ost, 2016, mixed media installation, Photo by Inga Selck
Henrike Naumann, Aufbau Ost, 2016, mixed media installation, Photo by Inga Selck
Henrike Naumann, Aufbau Ost, 2016, mixed media installation, Photo by Inga Selck
Henrike Naumann, Aufbau Ost, 2016, mixed media installation, Photo by Inga Selck

Photos by Inga Selck

Henrike Naumann

Henrike Naumann was born 1984 in Zwickau (GDR). Growing up in Eastern Germany, Naumann experienced extreme-right ideology as a predominant youth culture in the 90s. Her work reflects on the history of the right-wing terrorism in Germany as well as on today‘s broad acceptance of racist ideas. She looks at the mechanisms of radicalization and how they are linked to personal experience and youth culture. Naumann explores the friction of contrary political opinion through the ambivalence of personal aesthetic taste. In her immersive installations she combines video and sound with scenographic spaces. In recent years she widened her focus to the global connectivity of youth cultures and the reversion of cultural othering. Notable exhibitions include solo shows at the Museum Abteiberg in Mönchengladbach and Galerie Wedding, Berlin, as well as participations at the Busan Biennale (2018), Riga Biennial (2018), Steirischer Herbst, Graz (2018), 4th Ghetto Biennale at Port-Au-Prince (2015), and the 3rd Herbstsalon at Maxim Gorki Theatre Berlin (2017).

Henrike Naumann lives and works in Berlin.



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