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EINSTÜRZENDE REICHSBAUTEN, 2021

mixed media installation

Neben dem Hissen der Hakenkreuzflaggen verkündete im Frühjahr 1933 das massenhafte Auftreten von Angehörigen der Partei und ihrer paramilitärischen Verbände unübersehbar die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten. Ihren neugewonnenen Machtanspruch versuchten sie durch eine vollumfängliche Durchdringung der Gesellschaft insbesondere auch im privaten Raum zu manifestieren: durch Idealisierung konservativer Geschlechterrollen und Familienbilder, durch Auflösung und Umstrukturierung von Vereinen und Verbänden, durch die Einführung neuer Grußformen oder durch Vorgaben von staatsnaher Ästhetik in der Kultur und Kunst.

Wie sich dieser politische Prozess im privaten Raum etablierte und ausformte, soll die Ausstellung »Henrike Naumann: Einstürzende Reichsbauten« im Kunsthaus Dahlem, die sich der Verschmelzung von Kunst, Ideologie, und (Innen-) Architektur widmet, aufzeigen. Sie erörtert, wie (Innen-)Architektur missbraucht werden kann, um politische Macht zu inszenieren und eröffnet einen Diskurs über das Private versus das Öffentliche im totalitären Regimen.

Dazu baut die Künstlerin Henrike Naumann den Ausstellungsraum des ehemaligen Staatsateliers Arno Brekers – dem heutigen Kunsthaus Dahlem – in ein privat anmutendes Wohnzimmer um. Mithilfe der Originalmöbel von Paul Ludwig Troost – Sofas, Stühle, den Schrank des Direktionsbüros, Bänken, Kommoden und dem Interieur des ehemaligen »Bierstüberls« – aus dem Haus der Kunst in München lässt Naumann künstlerische Installation und privates Interieur verschmelzen und verdeutlicht auf diese Weise, dass NS-Ideologie die gesellschaftliche Durchdringung keinesfalls nur im öffentlichen Raum, sondern in besonderer Weise auch im Privaten vollzog.

Henrike Naumann, Einstürzende Reichsbauten, 2021, mixed media installation, dimensions variable, exhibition view Kunsthaus Dahlem, foto: Moritz Jekat
Henrike Naumann, Einstürzende Reichsbauten, 2021, mixed media installation, dimensions variable, exhibition view Kunsthaus Dahlem, foto: Moritz Jekat
Henrike Naumann, Einstürzende Reichsbauten, 2021, mixed media installation, dimensions variable, exhibition view Kunsthaus Dahlem, foto: Moritz Jekat
Henrike Naumann, Einstürzende Reichsbauten, 2021, mixed media installation, dimensions variable, exhibition view Kunsthaus Dahlem, foto: Moritz Jekat

mixed media installation, dimensions variable
exhibition views Kunsthaus Dahlem, 2021
fotos: Moritz Jekat
text: Kunsthaus Dahlem

  • INDEX:

Henrike Naumann

Henrike Naumann was born 1984 in Zwickau (GDR). Growing up in Eastern Germany, Naumann experienced extreme-right ideology as a predominant youth culture in the 90s. Her work reflects on the history of the right-wing terrorism in Germany as well as on today‘s broad acceptance of racist ideas. She looks at the mechanisms of radicalization and how they are linked to personal experience and youth culture. Naumann explores the friction of contrary political opinion through the ambivalence of personal aesthetic taste. In her immersive installations she combines video and sound with scenographic spaces. In recent years she widened her focus to the global connectivity of youth cultures and the reversion of cultural othering. Notable exhibitions include solo shows at the Museum Abteiberg in Mönchengladbach and Galerie Wedding, Berlin, as well as participations at the Busan Biennale (2018), Riga Biennial (2018), Steirischer Herbst, Graz (2018), 4th Ghetto Biennale at Port-Au-Prince (2015), and the 3rd Herbstsalon at Maxim Gorki Theatre Berlin (2017).

Henrike Naumann lives and works in Berlin.



Full Biography

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